Italienischer Sommer – ein Roadmovie-Roman

Leska und Valentin sind zwei junge Leute, die grundverschieden sind, und das nicht nur aufgrund ihrer völlig unterschiedlichen Herkunft wegen. Die beiden lernen sich im Rahmen des Internationalen Grossglockner Grand Prix kennen und Valentin scheint vom ersten Augenblick fasziniert zu sein von Leska, die für ihn so unangepasst und frisch daher kommt. Als sein Vater aufgrund einer Lebensmittelvergiftung als Rallye-Pilot ausfällt, springt Leska notgedrungen als Co-Pilotin ein und bildet ein Team zusammen mit Valentin. Er, der so sorglos und privilegiert aufwuchs, findet mehr und mehr Gefallen an Leska, die vorgibt aus der Mittelschicht zu stammen, was Valentin ihr aber nicht abnimmt. Spontan entschließen sich die Zwei nach dem Probelauf für die anstehende Rallye einen Ausflug nach Venedig zu unternehmen. Peau á peau erfahren wir Leser dabei Bruchstücke aus Leskas Vergangenheit. Die beiden begeben sich in ihrem schicken Ferrari auf die Reise und das Abenteuer beginnt.

Ein Buch von Gaby Hauptmann zu lesen ist für mich – als bekennender, großer Fan – wie literarisch nach Hause zu kommen. Auch mit „Zeig mir, was Liebe ist“ hat die Autorin mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite einfangen und mitnehmen können. Ein Buch von Gaby Hauptmann kann ich tatsächlich in jeder Stimmungslage lesen – sie schafft es immer wieder, dass ich mich gut und aufgehoben fühle. Schwungvoll und temporeich erzählt sie uns Lesern ihre Sommer-Geschichte, bei der ich das italienische Flair geradezu fühlen konnte und mir das Abschalten gut möglich war. „Zeig mir, was Liebe ist“ ist eine gelungene Mischung aus Liebesroman mit dem von der Autorin gewohnten Hauch Erotik sowie einem Roadmovie-Roman mit einem guten Schuss Krimi versetzt.

Mein Fazit: ein erneut wunderschönes und kurzweiliges Buch der Autorin, das ich mit großer Freude weiter empfehlen möchte. Denn das Buch war für mich das pure Lesevergnügen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich vergebe dem Buch, mit dem Gaby Hauptmann wieder einmal voll bei mir punkten konnte und bei dessen Lektüre ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe, fünf von fünf möglichen Sternen.

Ein herzliches Dankeschön an den Piper Verlag zur freundlichen Bereitstellung meines Rezension-Exemplars.

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Drei sind einer zuviel!?

Sieben Jahre nach der Schulentlassung, die ebenso sieben Jahre absolute Funkstille zu ihren ehemaligen besten Freunden Jasper und Ben bedeuten, begibt sich Ella mit ziemlich gemischten Gefühlen auf die Reise in ihre alte Heimatstadt Stuttgart. Die Fahrt dorthin mit Kerstin, der Zufallsbekanntschaft durch die Mitfahrzentrale, verläuft chaotisch, zum einen wegen Kerstins mehr als gewöhnungsbedürftigen Fahrstils, zum anderen wegen Ellas Achterbahnfahrt ihrer Gefühle. Was wird sie erwarten? Wie wird Ben, ihre erste große Liebe, auf das Wiedersehen reagieren? Egal, da muss sie nun durch und sei es bloß, um sich dieses Mal richtig von Ben zu verabschieden, so wie es beide verdient haben.
Das Klassentreffen selbst gleicht denn einem Spießrutenlauf für Ella. Fühlt sie sich doch sowieso schon wie eine Versagerin, weil sie keine ihrer Lebensziele bisher erreichen konnte, so kommt sie sich nun auch noch völlig fehl am Platz vor, alte Rivalitäten brodeln hoch und sie erkennt, sie hatte während der Schulzeit nur zwei wirkliche Freunde.
Wie wird dieser Tag enden? Was wird das Treffen für Ella verändern?
Eine herrliche Lesezeit, von der ich nicht möchte, dass sie endet, bringt mich durch dieses Buch. Ein Zitat, das hier wirklich angebracht ist: „The problem with a good book ist that you want to finish the book but you don’t want to finish the book.“

Ich muss gestehen, bereits nach den ersten Sätzen war ich gefangen in der Geschichte und mochte mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören, so sehr hat mich Adriana Popescu mit ihrem Buch „Ewig und eins“ in ihren Bann gezogen.
Der Schreibstil ist wundervoll leicht, die Story stimmig, die Figuren kommen authentisch rüber und das Buch ist in jedem Fall ein wahrer Pageturner.
Die Autorin trifft den richtigen Ton und schafft eine wunderbare und stimmungsvolle Atmosphäre, so dass ich mich mit den drei Protagonisten Ben, Jasper und Ella tief verbunden und vertraut fühle, als würde ich sie bereits seit Jahren kennen. Auf jeden Fall würde ich sie gerne in meinem Freundeskreis wissen – Personen mit dem Herzen am rechten Fleck.
Adriana Popescu hat ihre Charaktere liebenswürdig gestaltet, sie sind frech, jung und spritzig und es macht Spaß ihnen zu begegnen. Die Dialoge sind flüssig und verleihen der Geschichte eine enorme Lebendigkeit.
„Ewig und eins“ hat es geschafft, es konnte bei mir voll punkten; es ist mein neues Lieblingsbuch und ich habe große Lust es gleich noch einmal zu lesen! Auch kann ich es gar nicht erwarten, nun die anderen Bücher der Autorin zu lesen und hoffe auf viele weitere Geschichten von ihr. Mit „Ewig und eins“ hat sie einen neuen, treuen Fan mit mir gewonnen. Ganz klar vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle dieses Herzensbuch mit Freuden weiter.

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Schönes Wochenende!

Pünktlich zum morgigen Schwedischen Nationalfeiertag hat mich mein Buch endlich gefunden, hat es doch einen weiten Weg zurücklegen müssen. Nun freuen sich mein Freund der Troll und ich auf ein herrliches Lesevergnügen.

Ich wünsche Euch allen ein schönes, lesereiches Wochenende!

Meines verbringe ich mit Adriana Popescus „Ewig und eins“. Hier vorab der Klappentext:

Sie dachten, ihre Freundschaft wäre für immer. Doch dann kam das Leben. Nach sieben Jahren Funkstille sehen sich Ben, Jasper und Ella auf einem Klassentreffen wieder. Als die Feierlichkeiten zu Ende gehen, beschließen die drei, noch weiter zusammen um die Häuser zu ziehen. Wie damals. Nur für eine Nacht. Doch noch immer sind viele Fragen offen, und je später es wird, desto schneller schlägt Ellas Herz – bis ein paar über die Jahre hinweg gerettete Worte es brechen lassen. Vielleicht für immer.

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Ein faszinierendes Buch über starke Frauen

Romy eine viel beschäftigte Laborärztin in einem Augsburger Pharmakonzern ist zerfressen von der Angst um ihre krebskranke beste Freundin Thea. Nach schlaflosen Nächten begibt sie sich, frühmorgens an einem Montag, auf eine Klettertour und dies ungesichert und ohne Kletterpartner. Es geschieht das Unausweichliche, nach einer Panikattacke stürzt sie ab.
Mit dem zweiten Kapitel kommt ein radikaler Schnitt, wir Leser lernen jetzt Iriomé, eine 17 Jahre alte Ureinwohnerin La Palmas, und ihren Stamm kennen. Es ist Winter, der kürzeste Tag des Jahres und Tichiname, die oberste Medizinfrau des Stammes, wird sich an diesem Festtag in Trance begeben. Sie wird dies mit Hilfe eines Pilzes tun, dem Amakuna. Ziel ist es, von den Göttern die Zukunft für ihr Volk zu erfahren. In Bezug auf Ernte, Kinder, Ziegenherde und die wichtige Frage, ob Guayote, der Höllenhund, der tief im Innern des Vulkans lebt, ruhig bleiben wird. Die Vorhersage der weisen Frau ist mehr als bedrohlich: es werden Männer auf Schiffen kommen, die alles vernichten, was dem Stamm wichtig ist.
Im nächsten Kapitel sind wir wieder bei Romy, sie erwacht gerade nach dem Sturz und hat einen faulen, erdigen Geschmack im Mund. Einen ebensolchen Geruch hatte Iriomé bei der Zeremonie wahrgenommen… Romy befindet sich in einer Höhle und sie hat einen Blackout, weiß nicht was in der Zeit nach ihrem Sturz geschah, es sind seit dem immerhin sieben Stunden vergangen. Doch Romy kann sich an einen Traum erinnern, an eine Zeremonie in der Steinzeitwelt.
Thea überredet Romy mit ihr gemeinsam nach La Palma zu reisen, um dem Geheimnis von Romys Vision auf die Spur zu kommen – eine abenteuerliche Reise, die das Leben der beiden Frauen völlig verändern soll, beginnt.
Die Autorin Susanne Aernecke hat mich mächtig beeindruckt mit ihrem Buch, das ein Mix ist aus historischem Roman, Medizinthriller, mystischem Fantasy Roman und einer Liebesgeschichte. Wie die Autorin diese verschiedenen Genre und Geschichten miteinander virtuos verwebt ist nahezu grandios. Sie erzählt in einem flüssigen Schreibstil, die Dialoge sind herrlich authentisch. Die Autorin konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen nehmen. Das Buch liest sich unglaublich schön, ist spannend und ich habe es viel zu schnell durchgelesen, trotz seiner stattlichen 520 Seiten. Susanne Aernecke erinnert mich mit diesem Buch ein wenig an Barbara Wood, doch in einem neuartigen, frischen Stil.
Kaum abwarten kann ich nun, dass die Fortsetzung dieser geplanten Trilogie erscheint, so große Lust hätte ich gleich weiter zu lesen. Nicht vergessen möchte ich anzumerken, dass Susanne Aernecke mit ihrem Buch den unbändigen Wunsch in mir geweckt hat, die paradiesische Insel La Palma selbst einmal zu besuchen und einige Schauplätze ihres Romans aufzusuchen, so eindrucksvoll hat sie die Insel in all ihren Farben und Düften atmosphärisch darstellen können. Unbedingt möchte dieses Buch weiter empfehlen, dem ich mit großem Vergnügen fünf von fünf möglichen Sternen vergebe.

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Flucht durch den Eisernen Vorhang

Der Roman „Und der Duft nach Weiß“ von Stefanie Gregg erzählt die Flucht des siebzehnjährigen Mädchens Anelija aus dem kommunistischen Bulgarien 1987.
In einer Parallelhandlung wird das historische Attentat auf den großen bulgarischen Schriftsteller Georgi Markow beschrieben, der als Dissident nach England emigrierte und dort ermordet wurde.

Im Prolog des Buches gehen wir ins Jahr 1968 nach Sofia, in den Präsidentenpalast. Dort hat der Präsident Schiwkow eben jenen Schriftsteller, Georgi Markow, empfangen. Dieser ist halb stolz und halb verunsichert, fühlt sich in der protzigen Atmosphäre nicht wohl. Schiwkow erkennt, er mag diesen Künstler, doch er ist keiner von ihnen – kein Kommunist. Und genau dieser Umstand soll Markow später zum Verhängnis werden.
In Kapitel 1 befindet sich Anelija gerade erbärmlich frierend auf der Ladefläche eines LKW’s, der sie in die Freiheit bringen soll. Ihre dünne Jacke und der Strickpullover können sie nicht schützen, sie glaubt sich selbst dem Kältetod nahe. Doch sie weiß, warum sie diese Flucht von Bulgarien nach Deutschland im Jahre 1987 auf sich genommen hat: sie will in die Freiheit, etwas zu essen und ihre Mutter wieder sehen. Wunderschön beschreibt Stefanie Gregg wie Anelija sich den Duft vorstellt, der sie in Deutschland und der Freiheit erwarten wird: Weiß! Das Symbol für Freude, Frieden, Reinheit.
In Kapitel 2 ist es bereits sieben Jahre später in der Zeit, Anelija erzählt ihrem Freund Enno zum ersten Mal Teile ihrer Geschichte. Der versteht nun, warum sie eine solche Angst vor Kälte hat. Doch noch kann sie sich nicht entschließen, sich ihm völlig zu öffnen, zu endgültig wäre ihre eigene Geschichte damit gefestigt, nicht mehr zurücknehmbar. Aber Enno, der sie liebt, gibt ihr die Zeit, die sie benötigt. Die Autorin findet auch hier bewegende und unvergessliche Worte voller Poesie: „Erst wenn die Worte ausgesprochen waren, formten sie die eigene Vergangenheit, die, wenn sie unausgesprochen war, ungewiss, offen und formbar blieb.“
Es ist ein heißer Sommer und die beiden Studierenden benötigen dringend eine Abkühlung, die sie am Isarstrand finden. Herrlich wie die Autorin diese Szene beschreibt, ich fühle mich, als wäre ich selbst dort, kann die Erfrischung fast schon auf meiner Haut fühlen.
Es ist nun der Zeitpunkt, wo Anelija bereit ist für das erste Mal, sie ist hungrig danach, sich Enno ganz hinzugeben.
Nach diesem Akt ist sie auch endlich bereit, ihre ganze Geschichte zu erzählen, ihre Mauern komplett für ihn aufzureißen. Sie beginnt zu erzählen, so befinden wir uns im nächsten Kapitel im Jahre 1975, in Radilovo. Anelija ist fünf Jahre alt, das Mädchen muss gerade Abschied nehmen von ihrer Mutter Nadja, die sie in der Obhut ihrer Großmutter zurück lässt.

In den weiteren Kapiteln schwenkt die Autorin abwechselnd zwischen den Zeiten und Schauplätzen, was dem Buch eine gewisse Auflockerung verleiht und die Spannung erhöht. Stefanie Gregg nimmt mich als Leserin kontinuierlich mit und hält mein Interesse stets wach. Sehr gelungen finde ich die Öffnung Anelijas, deren wahre Gefühle tief in ihr verschüttet waren, aufgrund ihrer eigenen Umstände, des ärmlichen Lebens in Bulgarien, den Verlust der Mutter und der Flucht ins Ungewisse.

In einem wunderbaren Schreibstil berichtet uns Lesern die Autorin Stefanie Gregg die Geschichte, die nach wahren Begebenheiten entstanden ist. Eindringlich und fesselnd nimmt sie mich sofort gefangen, die Seiten fliegen nur so dahin und schon ist das Buch beendet. Die Autorin schreibt völlig authentisch, ich kann die einzelnen Szenen direkt vor meinem inneren Auge ablaufen sehen, nahezu wie einen Film. Von Herzen gerne möchte ich diesen Roman empfehlen, den ich mit fünf von fünf Sternen bewerte.

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Teo, ein Junge zieht in eine Schlacht, die er gewinnen muss

Welch ein poetischer Einstieg in ein Buch, für mich ist es der beste Start in eine Geschichte seit langer Zeit: „Ich heiße Teo, ich bin acht Jahre alt, und ich will mit Napoleon reden. Ich muss eine sehr wichtige Schlacht gewinnen, und er ist der Einzige, der mir dabei helfen kann. Allein wenn ich mit ihm reden will, muss ich sterben, denn Napoleon ist schon tot.“
Dagegen bin ich als Leserin schnell erst einmal ernüchtert von der Dichtkunst der Autorin, denn der kleine Junge meint es tatsächlich ernst, er googelt bereits diverse Suizidmöglichkeiten am Computer seiner Schwester Matilde. Derart konsequent verfolgt er sein Ziel, auf Napoleon zu treffen, denn die Schlacht, in die er ziehen will, soll ihm sein gewohntes, bisheriges Familienleben retten.
Die Eltern stehen vor einer Trennung, diese möchte Teo unbedingt verhindern. Wie verzweifelt muss dieses Kind sein? Nur mehr nach außen hin gelingt es den Eltern, eine intakte Familie zu spielen, zu Hause eskalieren die kleinsten Konflikte und dies jeden Tag.
Ebenso sein Kindermädchen Susu vermag Teo nicht mehr zu trösten. Rettung für das kleine Kinderherz erscheint ihm in Gestalt des Geburtstagsgeschenkes seiner Eltern an ihn – ein Comicbuch über einen wahren Helden: Napoleon. Und der hatte bekanntermaßen alle seine Schlachten gewonnen. So beginnt Teos Plan zu reifen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Tag für Tag begleiten wir Leser nun Teo, wie er sich daran macht, kleine Probleme zu lösen, um seinem Ziel wieder ein Stückchen näher zu kommen. Dies tut er mit seinen unermüdlichen Fragen an die Welt, fast schon philosophisch. Napoleon ist tot, doch wo ist er? Im Jenseits, aber wo ist das? Es gibt zwei: Himmel und Hölle, jedoch war Napoleon ein guter Mensch?
Neben seinen Fragen liest sich Teo auch noch durch sein heiß geliebtes Buch und damit durch Napoleons Leben.
Dabei hat das Kind die Erwachsenen längst durchschaut, es weiß, sie haben bestimmte Antworten parat, meinen allerdings eigentlich „Nein!“und ich fühle mich wenig ertappt.
In Xian einem Mitschüler findet Teo einen neuen Freund und schlussendlich findet er auch auch Napoleon.
Lorenza Gentile hat das Ende des Buches äußerst liebenswert und schlüssig gestaltet. Wie gerne wäre ich Teos Gedankengängen noch länger gefolgt und hätte über das Löchern seiner Umwelt mit Fragen geschmunzelt, da war die Geschichte bereits beendet. So flüssig konnte ich das Buch lesen, die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, es macht Freude ihr Buch zu lesen. Danke an die Autorin, dass wir Leser den Jungen 13 Tage begleiten dürfen und vieles von ihm lernen können.
Mit „Teo“ hat sie ein Buch erschaffen, das uns Leser seriös und humorvoll zugleich die Probleme eines kleinen Jungen aufzeigt, dessen Eltern eine Scheidung droht. Zugleich nimmt es uns mit in eine Welt voller Fantasie und bringt auf nahezu spirituelle Weise Antworten hervor. Das Buch lässt mich zutiefst gerührt zurück.
Herzlich gern empfehle ich dieses Buch, das ein wahres Kleinod ist und vergebe ihm fünf von fünf Sternen.

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Leseeindruck zu „Tochter des Drachenbaums“ von Susanne Aernecke

Romy eine viel beschäftigte Laborärztin in einem Augsburger Pharmakonzern ist zerfressen von der Angst um ihre krebskranke beste Freundin Thea. Nach schlaflosen Nächten begibt sie sich, frühmorgens an einem Montag, auf eine Klettertour und dies ungesichert und ohne Kletterpartner. Es geschieht das Unausweichliche, nach einer Panikattacke stürzt sie ab.
Mit dem zweiten Kapitel kommt ein radikaler Schnitt, wir Leser lernen nun Iriomé, eine 17 Jahre alte Ureinwohnerin La Palmas und ihren Stamm, kennen. Es ist Winter, der kürzeste Tag des Jahres und Tichiname, die oberste Medizinfrau des Stammes, wird sich an diesem Festtag in Trance begeben. Sie wird dies mit Hilfe eines Pilzes tun, dem Amakuna. Ziel ist es, von den Göttern die Zukunft für ihr Volk zu erfahren. In Bezug auf Ernte, Kinder, Ziegenherde und die wichtige Frage, ob Guayote, der Höllenhund, der tief im Innern des Vulkans lebt, ruhig bleiben wird. Die Vorhersage der weisen Frau ist mehr als bedrohlich: es werden Männer auf Schiffen kommen, die alles vernichten, was dem Stamm wichtig ist.
Im nächsten Kapitel sind wir wieder bei Romy, sie erwacht gerade nach dem Sturz und hat einen faulen, erdigen Geschmack im Mund. Einen solchen Geruch hatte Iriomé bei der Zeremonie wahrgenommen … Romy befindet sich in einer Höhle und sie hat einen Blackout, darüber was in der Zeit nach ihrem Sturz geschah, es sind seit dem sieben Stunden vergangen. Doch Romy kann sich an einen Traum erinnern, an eine Zeremonie in der Steinzeitwelt.
Die Autorin Susanne Aernecke hat mich mächtig beeindruckt mit ihrem Buch, das ein Mix zu sein scheint aus historischem Roman, Medizinthriller und wie es der Klappentext verspricht einer Liebesgeschichte. Wie die Autorin die beiden Geschichten miteinander verwebt ist grandios, sie erzählt in einem flüssigen Schreibstil. Die Leseprobe liest sich unglaublich schön, ist spannend und ist viel zu schnell beendet. Zu gerne möchte ich wissen, wie es weitergeht mit Romy und Thea, Alexander Merten und was aus Iriomé geworden ist.

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